Uraufführung
Samstag, 13.03.2027
Uraufführung »MENSCH GRASS. Wunden, die sich nicht mehr schließen – ein Spiel«
bremer shakespeare company, Bremen
bremer shakespeare company
Textfassung: Pit Holzwarth
Regie: Pit Holzwarth
Bühne und Kostüme: Werner Brenner
Komposition und Musik: Achim Gieseler
Produktionsleitung: Renate Heitmann
Mit: Robert Brandt, Vasiliki Roussi und Spieler:innen der bremer shakespeare company
Ein multimedialer Theaterabend, der Texte, Figuren und Bildwelten aus den Werken von Günter Grass zu einer eigenständigen szenischen Komposition verwebt.
Zwischen Tanz, Musik und ins Groteske überzeichneten Mensch- und Tierfiguren – Ratten, Hunde, Katzen und Flundern – entfaltet sich eine bildgewaltige Reise durch den „verwundeten Kopf“ eines Menschen der im blutigen Labyrinth der Geschichte nach Orientierung und sich selbst sucht.
Günter Grass‘ Werk setzt sich bis in die feinsten Verästelungen mit den Deformationen des Menschen durch Ideologie und Folgen der Naziherrschaft auseinander. Kriegserfahrung, Entmenschlichung, Verlust der Heimat und die Auseinandersetzung mit der eigenen Manipulierbarkeit und der nicht abzutragenden Schuld waren für den Literaturnobelpreisträger lebenslang Antrieb seines Wirkens.
Das Stück folgt Grass’ Ästhetik der Gleichzeitigkeit von Zeiten, Stimmen und Perspektiven. Groteske, Fantastik und Vielstimmigkeit erweitern kaum erträgliche Realitäten zur Wahrhaftigkeit und schaffen einen verstörenden, aber ebenso befreienden wie komischen Blick auf die deutsche Geschichte.
Angesichts aktueller Kriege, politischer und religiöser Radikalisierung sowie weltweiter Flucht- und Migrationsbewegungen erscheint das Werk von Günter Grass heute von überraschender Aktualität. Wunden, die sich nicht mehr schließen stellt sich dieser Aktualität und macht sie zum Ausgangspunkt eines hinreißend bildstarken, musikalischen und facettenreichen Theaterereignisses.
Für diese Inszenierung kehrt Pit Holzwarth nach Bremen zurück. Nach zwölf Jahren als Mitglied der bremer shakespeare company war er als freier Autor und Regisseur tätig und von 2007 bis 2022 Schauspieldirektor am Theater Lübeck. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und feierten große Publikumserfolge, darunter Die Erfindung der Freiheit, Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor sowie Musiktheaterproduktionen über die Comedian Harmonists, Rio Reiser, Patti Smith und Edith Piaf. Die aktuelle Uraufführung über Günter Grass wird als Beitrag zur internationalen Veranstaltungsreihe Grass100 anlässlich des 100. Geburtstag des Autors von der Günter Grass Stiftung Bremen initiiert und gefördert.
Die bremer shakespeare company kooperiert in diesem Kontext mit dem Teatr Wybrzeże in Danzig/Gdańsk, dem Theaterfestival deutscher Sprache in Prag und der Theaterfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag DAMU.